Ein Mausarm ist eine Sehnenscheidenentzündung, die durch die Arbeit mit der Computermaus entsteht. Ärzte verwenden diesen Begriff, wenn die Entzündung auf diese Tätigkeit zurückgeht. Sie entsteht in der Regel nicht durch eine einzelne Bewegung, sondern durch eine Kombination aus wiederkehrender Belastung, ungünstiger Handhaltung und zu wenigen Pausen.
Was ist ein Mausarm und wie entsteht er?
Medizinische Einordnung
Der Begriff Mausarm bezeichnet eine Sehnenscheidenentzündung, die durch die Arbeit mit der Computermaus entsteht. Die DAK-Gesundheit führt den Mausarm zusätzlich unter dem Begriff RSI-Syndrom auf, dessen Beschwerden neben Schmerzen auch Kribbeln, Taubheit und nachlassende Griffkraft umfassen können.
Entstehung durch Dauerbelastung
Die Belastung entsteht durch monotone Bewegungen von Unterarm und Hand, die sich über lange Zeit gleich wiederholen. Entscheidend ist das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, die in den Quellen einzeln genannt werden:
| Einflussfaktor | Rolle bei der Entstehung |
|---|---|
| Monotone Bewegungen | Gleiche Handgriffe wiederholen sich über lange Zeit |
| Ungünstige Handhaltung | Die Belastung der Sehnen steigt, wenn das Handgelenk nicht gerade gehalten wird |
| Schlechte Ergonomie | Der Arbeitsplatz zwingt zu den belastenden Bewegungsmustern |
| Zu wenige Pausen | Die Sehnen erhalten keine Erholungsphasen zwischen den Belastungen |
| Stress | Wirkt als zusätzlicher Faktor im Belastungsgefüge |
Stress als Mitursache
Stress wird in den vorliegenden Angaben als Mitursache genannt, zusammen mit Bewegungsmustern und fehlenden Pausen. Eine eigenständige Rolle von Muskelverspannungen als Auslöser ist in den vorliegenden Angaben nicht belegt. Für die Vorbeugung bedeutet das: Die Faktoren wirken gemeinsam, weshalb sich die Belastung nicht über einen einzelnen Auslöser erklären lässt.

Typische Symptome der Sehnenscheidenentzündung durch die Maus
Die Beschwerden entwickeln sich meist schrittweise, und die Ausprägung hängt davon ab, wie lange die Belastung schon anhält.
| Verlaufsphase | Typische Zeichen |
|---|---|
| Früh | Ziehende oder stechende Schmerzen bei Unterarm- und Handbewegungen, zunächst nur unter Belastung |
| Fortgeschritten | Schmerzen auch bei kleinen Alltagsbewegungen, Schwellung, Rötung, Wärme und Berührungsempfindlichkeit über der Sehne |
| Chronisch | Knotige Sehnenverdickungen, Schnappfinger |
Die ziehenden oder stechenden Schmerzen verstärken sich bei Bewegung und bei Druck auf die betroffene Stelle. Im Frühstadium treten sie vor allem auf, wenn Sie die Maus intensiv nutzen. Mit fortschreitender Entzündung kann die Stelle über der Sehne geschwollen, gerötet, warm und druckempfindlich werden.
Zusätzlich können Knirschen und Reiben über der Sehne auftreten. Manche Betroffene spüren diese Geräusche bei Bewegung, andere hören sie. Ein Schnappen ist ebenfalls möglich. Diese Zeichen zeigen an, dass die Sehne bei Bewegung nicht mehr gleitet wie gewohnt.
Bei chronischem Verlauf können sich knotige Verdickungen der Sehne bilden. Ein Schnappfinger gehört ebenfalls zu den Zeichen eines länger bestehenden Verlaufs. Beide Befunde treten nicht zwingend bei jeder betroffenen Person auf, sondern entwickeln sich bei einem Teil der Fälle erst nach längerer Belastung.
Woran erkennt man den Unterschied zum Karpaltunnelsyndrom?
Am Handgelenk können sich eine Sehnenscheidenentzündung und ein Karpaltunnelsyndrom ähnlich anfühlen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Art der Beschwerden: Die Sehnenscheidenentzündung verursacht vor allem Schmerzen an der Sehne, während beim Karpaltunnelsyndrom eine Nervenbeteiligung im Vordergrund steht.
Die Symptome der Sehnenscheidenentzündung (ziehende oder stechende Schmerzen, Schwellung, Wärme) sind oben beschrieben. Kribbeln und Taubheit stehen bei einer reinen Sehnenscheidenentzündung nicht im Vordergrund; sie können beim Mausarm (RSI-Syndrom) jedoch hinzukommen und deuten dann auf eine Nervenbeteiligung hin.
Beim Karpaltunnelsyndrom stehen Empfindungsstörungen im Vordergrund. Typisch sind Kribbeln und Taubheit im Bereich von Daumen bis Ringfinger, weil der Mittelnerv, der durch den Karpaltunnel verläuft, diese Fingerbereiche versorgt. Die Beschwerden können nachts auftreten und Sie aufwecken. Nachlassende Griffkraft kann hinzukommen.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Lokalisation. Bei der Sehnenscheidenentzündung liegt der Schmerz an der Sehne selbst, meist am Handgelenk oder am Unterarm, und reagiert auf Druck direkt über dieser Stelle. Karpaltunnelbeschwerden strahlen dagegen eher in die Finger aus.
Schulter- und Nackenschmerzen sind kein eindeutiges Abgrenzungsmerkmal. Sie treten bei einseitiger Dauerbelastung durch Maus- und Tastaturarbeit häufig begleitend auf und zeigen, dass die Belastung den gesamten Arm und die Schulter erfasst. Sie sprechen daher nicht allein für eine Sehnenscheidenentzündung oder für ein Karpaltunnelsyndrom.
| Merkmal | Sehnenscheidenentzündung | Karpaltunnelsyndrom |
|---|---|---|
| Schmerzcharakter | ziehend oder stechend | Kribbeln, Taubheit |
| Verstärkt durch | Bewegung und Druck auf die Sehne | Anhaltende Haltung, nächtliche Lage |
| Betroffene Bereiche | Handgelenk, Unterarm | Daumen bis Ringfinger |
| Nervensymptome | im Vordergrund stehen Schmerzen an der Sehne; Kribbeln oder Taubheit können beim Mausarm zusätzlich auftreten | Kribbeln, Taubheit, nachlassende Griffkraft |
| Sichtbare Zeichen | Schwellung, Rötung, Wärme | nicht typisch |
Wann sollte man zum Arzt?
Bestimmte Anzeichen rechtfertigen eine ärztliche Abklärung. Bestimmte Anzeichen rechtfertigen jedoch eine ärztliche Abklärung. Die DAK-Gesundheit empfiehlt, ärztlichen Rat zu suchen, wenn die Schmerzen länger anhalten, stärker werden oder nachts wecken. Auch eine anhaltende Schwellung, die sich in Ruhe nicht bessert, sollten Sie ärztlich untersuchen lassen.
Bei Taubheit, starkem Kribbeln oder spürbarem Kraftverlust sollten Sie sich sofort untersuchen lassen. Diese Symptome können unter anderem auf ein Karpaltunnelsyndrom hinweisen, das abgeklärt werden muss.
| Warnzeichen | Empfohlene Reaktion |
|---|---|
| Schmerzen halten länger an | Ärztlichen Rat einholen |
| Schmerzen werden stärker | Ärztlichen Rat einholen |
| Schmerzen wecken nachts | Ärztlichen Rat einholen |
| Anhaltende Schwellung ohne Besserung in Ruhe | Ärztlich untersuchen lassen |
| Taubheit oder starkes Kribbeln | Sofort untersuchen lassen |
| Spürbarer Kraftverlust in der Hand | Sofort untersuchen lassen |
| Knotige Sehnenverdickungen oder Schnappfinger | Ärztlich untersuchen lassen |
Geeignete Fachrichtungen
- Hausarzt: Erste Anlaufstelle. Er beurteilt die Beschwerden und überweist bei Bedarf an einen Facharzt.
- Orthopäde: Fachlich zuständig für Sehnen, Gelenke und den Bewegungsapparat.
- Handchirurg: Spezialisiert auf Erkrankungen von Hand und Handgelenk, etwa wenn eine Operation erwogen wird.
Typische Untersuchungen zur Diagnose
Die Anamnese, also das Gespräch über Beginn, Verlauf und Arbeitsbedingungen, steht am Anfang. Anschließend folgen je nach Befund diese Verfahren:
- Ultraschall: Ein bildgebendes Verfahren, das Sehnen, Sehnenscheiden und das umgebende Weichteilgewebe darstellt. Es zeigt Verdickungen und Flüssigkeitsansammlungen.
- Nervenleitgeschwindigkeit: Sie misst, wie schnell elektrische Signale durch einen Nerv laufen. Damit lässt sich prüfen, ob eine Nervenkompression vorliegt, etwa ein Karpaltunnelsyndrom.

Wie richtet man den Arbeitsplatz ergonomisch ein?
Die Anordnung von Maus, Tastatur und Bildschirm bestimmt, wie stark die Handsehnen bei der täglichen Arbeit belastet werden. Die Einrichtung des Schreibtischs ist der Punkt, an dem Sie die Belastung am direktesten senken können.
Maus und Unterarme
Stellen Sie die Maus nah am Körper auf, damit der Arm nicht seitlich ausgestreckt werden muss. Legen Sie die Unterarme locker auf die Arbeitsfläche, statt sie dauerhaft frei schwebend zu halten. Die Handgelenke sollten dabei möglichst gerade bleiben, also weder stark abgeknickt noch zur Seite gedreht.
Laptop mit externer Tastatur
Ein Laptop verlangt eine andere Einrichtung, weil sein Bildschirm und seine Tastatur fest miteinander verbunden sind. Am Laptop helfen laut DAK-Gesundheit drei Maßnahmen: eine externe Tastatur, eine separate Maus und ein erhöhter Bildschirm. Tastatur und Maus werden so platziert, dass die Unterarme wie am Desktop-Arbeitsplatz aufliegen können. Der Laptop selbst bleibt als Bildschirm reserviert, sodass der Kopf nicht ständig nach unten geneigt wird.
Bildschirmhöhe und Augenabstand
Der Bildschirm sollte so stehen, dass Sie geradeaus schauen können, ohne den Kopf dauerhaft zu senken. Für die Höhe und den Abstand zum Auge gibt es keine verlässlichen Richtwerte in Zentimetern in den vorliegenden Quellen. Orientieren Sie sich deshalb an der eigenen Armlänge: Als Faustregel steht der Bildschirm etwa eine Armlänge entfernt, und die obere Bildschirmkante liegt ungefähr auf Augenhöhe. Passen Sie diese Werte an, bis Hals und Schultern entspannt bleiben.
Welche Übungen und Pausen helfen im Homeoffice?
Die wichtigste Vorbeugung besteht aus Mikropausen im Arbeitsalltag. Die DAK-Gesundheit nennt regelmäßige Bewegungspausen als Schutz vor dem Mausarm. Wenn Sie die Maus regelmäßig kurz loslassen, aufstehen oder die Hände bewegen, verringern Sie die Dauer der einseitigen Belastung. Die Pausen müssen nicht lang sein. Entscheidend ist, dass sie regelmäßig stattfinden.
Ein weiterer Schritt ist der Handwechsel. Wenn Sie die Maus mit beiden Händen gleich gut bedienen können, wechseln Sie während des Arbeitstages die Maus-Hand. So verteilt sich die Belastung auf beide Arme.
Die Dehnübungen sollten langsam und ohne Schmerzen ausgeführt werden. Folgende Übungen benötigen kein Zusatzgerät:
| Bereich | Übung | Ausführung |
|---|---|---|
| Handgelenk | Handflächen-Dehnung | Arm nach vorn strecken, Handfläche nach oben. Mit der anderen Hand die Finger sanft zum Körper ziehen. Danach Handfläche nach unten drehen und wiederholen. |
| Unterarm | Fingerzug | Arm gestreckt halten, Finger nach unten zeigen lassen und mit der anderen Hand leicht zurückziehen. |
| Finger | Faust und Spreizen | Hand langsam zur Faust schließen, danach die Finger maximal spreizen. Wiederholen. |
| Schultern | Schulterkreisen | Schultern langsam nach hinten und unten kreisen, danach die Schulterblätter zusammenziehen. |
| Nacken | Seitneigung | Ohr langsam Richtung Schulter neigen, ohne den Kopf zu rucken. Seite wechseln. |
Die Übungen lassen sich direkt am Schreibtisch umsetzen, ohne den Stuhl zu verlassen. Bei Schulter- und Nackenübungen achten Sie darauf, die Bewegung im Sitzen gleichmäßig auszuführen. Wenn eine Übung Kribbeln oder Taubheit auslöst, brechen Sie sie ab.
Behandlung und Rückkehr zur Belastung
Die konservative Behandlung einer Sehnenscheidenentzündung durch die Computermaus zielt darauf ab, die Entzündung zu beruhigen und die betroffene Sehne zu entlasten. In der Akutphase stehen Ruhigstellung, kurze Kühlung und eine Schiene im Vordergrund. Danach folgt der schrittweise Wiederaufbau der Bildschirmarbeit.
Akutphase: Ruhigstellung, Kühlung und Schiene
Bei akuten Beschwerden wird die betroffene Stelle zunächst entlastet, das heißt, Sie reduzieren die auslösende Mausarbeit deutlich. Ergänzend setzen Sie die folgenden Maßnahmen ein:
| Maßnahme | Vorgehen |
|---|---|
| Kühlung | Kurzzeitig auf die betroffene Stelle auflegen |
| Schiene | Über mehrere Wochen tragen |
| Schmerzmittel | Entzündungshemmend einnehmen oder als Gel auftragen |
Kühlung, Schiene und Schmerzmittel sollten Sie mit ärztlichem Rat einsetzen; die Schiene wird laut apotheken.de über mehrere Wochen getragen, die Kühlung erfolgt nur kurzzeitig.
Physiotherapie und Medikamente im Überblick
Entzündungshemmende Schmerzmittel gibt es zur Einnahme oder als Gel für die äußere Anwendung. Welche Form geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Welche physiotherapeutischen Maßnahmen zu Ihrem Verlauf passen, legt die behandelnde Fachperson fest.
Stufenweise Steigerung der Bildschirmarbeit nach Beschwerdefreiheit
Sobald die Beschwerden abklingen, bauen Sie die Belastung über 3–4 Wochen schrittweise wieder auf. Dieses Vorgehen soll Rückfälle verhindern. Steigern Sie zunächst kürzere Arbeitsphasen mit der Maus und verlängern Sie diese erst dann, wenn keine Schmerzen auftreten.
Beobachten Sie bei jeder Stufe, ob Schmerzen, Schwellung oder Wärme an der Sehne zurückkehren. Treten Anzeichen auf, halten Sie die Belastung auf der vorherigen Stufe, bis die Beschwerden wieder vollständig abgeklungen sind.
Häufig gestellte Fragen
Woran erkenne ich, dass meine Beschwerden von der Maus kommen?
Typisch ist ein Schmerz, der bei Bewegung und bei Druck auf die betroffene Stelle zunimmt, häufig mit Schwellung und Überwärmung an Sehne oder Handgelenk. Anfangs treten die Beschwerden nur unter Arbeitsbelastung auf, später auch bei kleinen Alltagsbewegungen. Eine sichere Zuordnung zur Mausarbeit ist allerdings nur durch eine ärztliche Untersuchung möglich.
Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?
Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn die Schmerzen länger anhalten, stärker werden oder nachts wecken. Bei Taubheit, starkem Kribbeln oder spürbarem Kraftverlust sollten Sie sich sofort untersuchen lassen, damit etwa ein Karpaltunnelsyndrom ausgeschlossen werden kann.
Was hilft bei akuten Beschwerden am Handgelenk?
Üblich sind kurzzeitiges Kühlen, eine Handgelenkschiene über mehrere Wochen und entzündungshemmende Schmerzmittel, auch in Form eines Gels. Die Belastung sollten Sie danach über 3–4 Wochen schrittweise wieder steigern, um Rückfälle zu vermeiden.