Am Bildschirmarbeitsplatz sind laut DGUV / BGN Branchenwissen (2015) mindestens 500 lx Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz gefordert. Im Umgebungsbereich genügen mindestens 300 lx. Diese Werte gelten als Untergrenzen für die Bildschirmarbeit und lassen sich mit einem Luxmeter direkt an den tatsächlichen Arbeitsflächen überprüfen.

Welche Beleuchtungsstärke braucht der Bildschirmarbeitsplatz?

Die Richtwerte unterscheiden zwischen zwei Bereichen, die getrennt betrachtet werden:

BereichMindestwert (Richtwert)
Arbeitsfeld, also die Schreibtischfläche mit Vorlagen, Tastatur und Eingabegeräten500 lx
Umgebungsbereich des Arbeitsplatzes300 lx

Arbeitsfeld: 500 lx als Richtwert

Das Arbeitsfeld ist der Bereich, in dem Sie tatsächlich arbeiten. Dort sollen laut DGUV / BGN Branchenwissen (2015) mindestens 500 lx erreicht werden. Der Wert ist eine Untergrenze, keine Obergrenze. Liegt die Beleuchtungsstärke darunter, fällt das Lesen von Vorlagen und Zeichen am Bildschirm schwerer, was die Arbeit ermüdender macht.

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Umgebungsbereich: 300 lx

Zum Umgebungsbereich zählen Flächen in Ihrem Blickfeld rund um den Schreibtisch, etwa Ablagen, ein Nebentisch oder die Wand hinter dem Bildschirm. Für diesen Bereich genügen mindestens 300 lx. Da der niedrigere Wert nur für die Umgebung gilt, sollten Sie das Arbeitsfeld nicht daran messen.

Messung mit dem Luxmeter

Ein Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke in lx. So gehen Sie vor:

  • Legen Sie den Messkopf waagerecht auf die Messfläche, damit das Licht von oben erfasst wird.
  • Messen Sie im Arbeitsfeld an mehreren Punkten, etwa in der Tischmitte und im Bereich der Tastatur.
  • Messen Sie den Umgebungsbereich separat an mehreren Stellen in Ihrem Blickfeld rund um den Schreibtisch.
  • Prüfen Sie die Werte bei eingeschalteter Beleuchtung und zu der Tageszeit, in der Sie arbeiten.
  • Vergleichen Sie die Messwerte mit 500 lx im Arbeitsfeld und 300 lx im Umgebungsbereich. Liegt ein Wert darunter, ist die Beleuchtung zu schwach.

Welche Beleuchtungsstärke braucht der Bildschirmarbeitsplatz?

Was bedeutet blendfrei bei der Arbeitsplatzbeleuchtung?

Blendfrei bedeutet, dass Helligkeitsunterschiede im Sehfeld das Sehvermögen nicht stören. Blendung entsteht, wenn sehr helle und sehr dunkle Bereiche gleichzeitig im Blickfeld liegen. Das Auge muss sich dann ständig an wechselnde Helligkeiten anpassen. Die Erkennung von Zeichen auf dem Bildschirm und auf Papier wird dadurch erschwert, und die Augen ermüden schneller.

Maßgeblich ist die Leuchtdichte, also die Helligkeit einer Fläche, so wie das Auge sie wahrnimmt. Blendfreiheit wird deshalb über das Verhältnis der Leuchtdichten im Sehfeld beschrieben und nicht über einen einzelnen Helligkeitswert. Ein Arbeitsplatz kann also trotz ausreichender Beleuchtungsstärke blenden, wenn die Helligkeiten der Flächen stark voneinander abweichen.

Die Richtwerte für die Leuchtdichteverhältnisse lauten:

BezugspaarRichtwert
Arbeitsfeld zu näherem Umfeldetwa 3:1
Große Umgebungsflächen zum Bildschirmetwa 10:1

Das Arbeitsfeld, also die Schreibtischfläche und die Unterlagen, sollte demnach nicht mehr als etwa dreimal so hell sein wie die unmittelbare Umgebung. Große Umgebungsflächen wie Wände, Decke oder Fenster sollten im Verhältnis etwa 10:1 zum Bildschirm stehen.

Praktisch lässt sich dies durch die Anordnung des Arbeitsplatzes und durch Sonnen- oder Blendschutz an Fenstern beeinflussen. Verstellbare Lamellen oder Rollos verringern die Helligkeit großer Flächen im Blickfeld. Sie können dabei auch die Beleuchtungsstärke im Arbeitsfeld senken. Prüfen Sie dann, ob mit Kunstlicht weiterhin mindestens 500 lx erreicht werden.

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Direktblendung und UGR-Wert

Direktblendung entsteht, wenn helle Leuchtenflächen direkt in das Blickfeld gelangen. Zur Bewertung dient der UGR-Wert (Unified Glare Rating). Nach DIN EN 12464-1 darf er am Bildschirmarbeitsplatz höchstens 19 betragen. Dieser Höchstwert gilt unabhängig vom Beleuchtungsniveau. Eine höhere Beleuchtungsstärke erlaubt also keine stärkere Blendung. Ein hoher Lux-Wert auf der Arbeitsfläche ist nur dann sinnvoll, wenn die Leuchten zugleich blendarm gebaut und angeordnet sind.

Der UGR-Wert hängt von der Leuchte und ihrer Lage im Raum ab. Prüfen Sie bei Planung oder Kauf, ob der Hersteller einen UGR-Wert angibt, und vergleichen Sie ihn mit dem Grenzwert 19.

Abschirmung der Leuchte

Der Abschirmwinkel beschreibt, wie weit der Leuchtenkörper die eigentliche Lichtquelle gegenüber dem Blickfeld verdeckt. Je besser die Abschirmung, desto weniger leuchtende Fläche bleibt im Blick. Eine Prüfung im Alltag ist einfach:

  • Setzen Sie sich in Ihre normale Arbeitshaltung am Schreibtisch.
  • Blicken Sie vom Bildschirm zur Tastatur, zum Dokument und zur Umgebung.
  • Achten Sie darauf, ob Sie dabei die leuchtende Fläche einer Lampe sehen.

Ist das der Fall, verschieben Sie die Leuchte oder wählen Sie ein Modell mit stärkerer Abschirmung.

Sichtbare Leuchtenflächen reduzieren

Ziel ist, dass im Blickfeld des Nutzers keine hellen Leuchtenflächen liegen. Dazu eignen sich:

  • Leuchten, deren Lichtquelle seitlich oder nach oben in die Abschirmung eingebettet ist
  • Anordnung der Leuchten außerhalb des direkten Sichtbereichs zum Bildschirm
  • Leuchten mit Raster- oder Lamellenabschirmung, da sie die Lichtquelle aus typischen Blickwinkeln verdecken

Reflexblendung auf dem Bildschirm vermeiden

Reflexblendung entsteht, wenn sich helle Flächen wie Leuchten, Fenster oder Wände auf dem Bildschirm spiegeln. Der Kontrast zwischen Zeichen und Hintergrund sinkt, und die Schrift ist schlechter lesbar. Gegen Spiegelungen wirken die Oberfläche der Arbeitsfläche, die Anordnung heller Flächen und die Darstellungsart des Bildschirms.

Oberfläche der Arbeitsfläche

Arbeitsflächen sollen einen Reflexionsgrad von 0,15 bis 0,75 haben. Zusätzlich soll der 60°-Glanzwert höchstens 20 betragen, was einer matten bis seidenmatten Oberfläche entspricht.

MerkmalSollwert
Reflexionsgrad der Arbeitsfläche0,15 bis 0,75
60°-Glanzwerthöchstens 20 (matt bis seidenmatt)

Glänzende Platten werfen Lichtreflexe zurück, die sich mit dem Bildschirminhalt überlagern. Achten Sie deshalb bei der Auswahl einer Schreibtischplatte auf eine matte Ausführung.

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Anordnung heller Flächen

Die Reflexion hängt auch davon ab, wie Leuchten und helle Flächen im Raum verteilt sind. Stark abweichende Helligkeiten hinter oder neben dem Monitor verstärken die Spiegelung.

Positivdarstellung als Gegenmaßnahme

Die Positivdarstellung, also dunkle Zeichen auf hellem Grund, zählt zu den Gegenmaßnahmen gegen Reflexblendung. Nach DIN EN ISO 9241-7 begrenzt die Norm die mittlere Leuchtdichte spiegelnder Leuchten und Flächen ab einem Winkel von γ = 65°. Die Grenzwerte gelten für Bildschirme bis 19 Zoll und bis 15° Neigung nach hinten.

DarstellungHöchstwert mittlere Leuchtdichte (ab γ = 65°)
Positivdarstellung1000 cd/m²
Negativdarstellung, Klassen II und III200 cd/m²

Reflexblendung auf dem Bildschirm vermeiden

Wohin gehören Leuchten und Schreibtisch?

Der Arbeitsplatz sollte parallel zur Hauptfensterfront stehen. So fällt Tageslicht seitlich auf den Schreibtisch, statt direkt im Blickfeld oder frontal auf den Bildschirm. Wer mit dem Rücken zum Fenster sitzt oder frontal hineinschaut, erzeugt starke Helligkeitsunterschiede zwischen Außen- und Innenbereich.

Der Bildschirm darf nicht vor Fenstern stehen. Helle Fensterflächen spiegeln sich sonst auf der Glasoberfläche und verringern den Kontrast. Die Quelle beschreibt das als Reflexblendung: Helle Flächen wie Leuchten, Fenster oder Wände spiegeln sich auf dem Bildschirm, der Kontrast sinkt und die Zeichen sind schlechter lesbar. Als Gegenmaßnahmen nennt sie unter anderem die Platzierung zum Fenster und die Anordnung der Leuchten.

Die Spiegelung hängt auch vom Winkel ab. Nach DIN EN ISO 9241-7 gelten für spiegelnde Leuchten und Flächen ab einem Winkel von γ = 65° folgende Grenzwerte für die mittlere Leuchtdichte:

DarstellungsartHöchstwert der mittleren Leuchtdichte
Positivdarstellung1000 cd/m²
Negativdarstellung, Klassen II und III200 cd/m²

Diese Werte gelten für Bildschirme bis 19 Zoll und bis 15° Neigung nach hinten.

Wie wirkt sich Tageslicht im Homeoffice aus?

Tageslicht ist die hellste Lichtquelle am Arbeitsplatz, und seine Stärke schwankt über den Tag und das Jahr. Am Schreibtisch zeigt sich das vor allem bei Helligkeit, Kontrast und Blendung. Wer diese Schwankungen kennt, kann den Blendschutz und das Kunstlicht gezielt nachstellen.

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Verstellbarer Blendschutz an den Fenstern

Die Fenster am Arbeitsplatz brauchen verstellbaren Blendschutz, etwa Jalousien, Rollos oder Lamellen. Ein verstellbarer Schutz lässt sich je nach Sonnenstand nachjustieren, ein fester Vorhang nicht. Die Lamellen oder das Rollo sollten so eingestellt werden, dass direktes Sonnenlicht nicht in das Sichtfeld fällt, während der Raum trotzdem ausreichend hell bleibt.

Tageslichtanteil nach Tageszeit und Jahreszeit

Der Anteil des Tageslichts am Arbeitsplatz ändert sich mit dem Sonnenstand. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag steht die Sonne tief, und ihr Licht trifft oft seitlich ins Auge. Mittags ist der Einfall meist steiler und flächiger. Im Winter fällt insgesamt weniger Tageslicht ein als im Sommer, bei bewölktem Himmel noch weniger. Die genauen Werte hängen von der Region und der Ausrichtung der Fenster ab.

SituationTypische FolgeMaßnahme
Tief stehende Sonne (früh morgens, spät nachmittags)Blendung trifft das Auge seitlichBlendschutz nachstellen
Bewölkter Tag oder WinterArbeitsfeld wird dunklerKunstlicht zuschalten
Hochsommer, MittagHohe Helligkeit und starke Kontraste im RaumBlendschutz schließen, Kunstlicht dimmen

Kontrast im Raum

Wenn Tageslicht den Raum stark aufhellt, verschiebt sich das Leuchtdichteverhältnis im Raum. Deshalb sollten Blendschutz und Kunstlicht gemeinsam eingestellt werden.

Kunstlicht als Ergänzung

Wenn die Tageshelligkeit wechselt, ergänzt Kunstlicht das Tageslicht. Kunstlicht sollte flimmerfrei über elektronische Vorschaltgeräte (EVG) betrieben werden. Für die Blendung durch Leuchten gilt außerdem ein UGR-Wert von höchstens 19 (DGUV / BGN Branchenwissen, 2015). Diese Grenze gilt unabhängig vom Beleuchtungsniveau.

Welche Schreibtischleuchte eignet sich für das Homeoffice?

Für die Auswahl einer Schreibtischleuchte zählen drei Merkmale: die Farbwiedergabe, der flimmerfreie Betrieb und die Lichtverteilung. Die DGUV / BGN-Branchenwissen-Fiche (2015) nennt dafür konkrete Vorgaben, die sich beim Kauf anhand des Datenblatts prüfen lassen.

MerkmalAnforderung laut FichePrüfung beim Kauf
Farbwiedergabeindex RaRa soll mindestens 80 betragenRa-Wert im Datenblatt suchen und mit 80 vergleichen
flimmerfreiBetrieb über elektronische Vorschaltgeräte (EVG)Angabe „EVG“ oder „flimmerfrei“ in den technischen Daten prüfen
Direkt-/IndirektbeleuchtungEmpfohlen wird eine Kombination aus direktem und indirektem LichtAngabe zum Anteil von direkter und indirekter Abstrahlung prüfen

Farbwiedergabeindex Ra: Der Ra-Wert beschreibt, wie naturgetreu Farben unter einer Leuchte wirken. Die Fiche empfiehlt mindestens 80. Ein niedrigerer Wert erschwert das Unterscheiden von Farbtönen, etwa bei Diagrammen oder farbcodierten Dokumenten. Liegt im Datenblatt kein Ra-Wert vor, sollten Sie die Leuchte nicht ohne weitere Angaben wählen.

Flimmerfreiheit: Flimmern tritt vor allem bei Leuchten ohne geeignetes Vorschaltgerät auf und kann die Augen bei langer Bildschirmarbeit belasten. Die Fiche nennt als Lösung den Betrieb über elektronische Vorschaltgeräte. Achten Sie deshalb auf die Angabe „EVG“ oder „flimmerfrei“. Bei Leuchten mit LED-Modulen gehört der Vorschaltgerätetyp ebenfalls in die technischen Daten.

Lichtverteilung: Die Fiche empfiehlt eine Direkt-/Indirektbeleuchtung. Dabei wird ein Teil des Lichts auf die Arbeitsfläche gerichtet, der übrige Anteil auf Decke oder Wand reflektiert. So entsteht eine gleichmäßigere Helligkeit im Raum und die Kontraste auf dem Bildschirm bleiben ausgewogen. Nach unten offene Leuchten gehören laut DGUV / BGN Branchenwissen (2015) nicht direkt über den Arbeitsplatz.

Vergleichen Sie die Leuchten in dieser Reihenfolge: Zuerst den Ra-Wert, dann die Angabe zum Vorschaltgerät, zuletzt die Abstrahlung nach oben und unten. Erfüllt eine Leuchte alle drei Angaben, ist sie ein guter Ausgangspunkt. Ob sie geeignet ist, zeigen erst die Messung der Beleuchtungsstärke sowie die Prüfung auf Blendung und Spiegelungen am Arbeitsplatz.

Häufig gestellte Fragen

Wie prüfe ich zu Hause, ob mein Schreibtisch ausreichend hell ist ?

Mit einem Luxmeter messen Sie die Beleuchtungsstärke direkt auf der Tischfläche bei eingeschaltetem Licht und zur Zeit, in der Sie arbeiten. Das Arbeitsfeld sollte mindestens 500 lx erreichen, der Umgebungsbereich mindestens 300 lx.

Was bedeutet Reflexblendung und wie vermeide ich sie ?

Reflexblendung entsteht, wenn sich Leuchten, Fenster oder helle Wände auf dem Bildschirm spiegeln, wodurch der Kontrast sinkt. Stellen Sie den Bildschirm nicht vor ein Fenster, wählen Sie matte Oberflächen mit einem 60°-Glanzwert von höchstens 20 und nutzen Sie bei Textdarstellung eine Positivdarstellung mit dunklem Text auf hellem Grund.

Worauf achte ich beim Kauf einer Schreibtischleuchte ?

Achten Sie auf einen UGR-Wert von höchstens 19 und einen Farbwiedergabeindex Ra von mindestens 80. Die Leuchte sollte flimmerfrei arbeiten, was über ein elektronisches Vorschaltgerät erreicht wird, und sie sollte nicht direkt über dem Arbeitsplatz nach unten strahlen.

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